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Erasmus-Turnier
 

Erasmus-Turnier


TRADITIONELLES ERASMUS-TURNIER


Das Erasmus-Turnier in Predjama basiert auf Kenntnissen, Aufzeichnungen und Illustrationen aus dem 16. Jahrhundert oder auf jenen, die über dieses Jahrhundert Aufschluss geben. Diese Zeit wurde deshalb gewählt, weil die Burg Predjama, wie sie sich heute darstellt, ihr Aussehen im Jahre 1583 erhielt, als der Renaissance-Eingangsturm fertiggestellt wurde.

Das Erasmus-Turnier ist mehrschichtig, es ist für Adel, Hörige und Kinder bestimmt. Auf dem Turnierplatz zeigen vor- und nachmittags die beherzten Ritter –  Bogenschützen, Schwertkämpfer und Reiter – ihre Fertigkeiten im Kampfspiel. Die Schwertkämpfer präsentieren sich mit ihrer Ausrüstung und einstigen Lebensweise im Ritterlager, das den ganzen Tag zu besichtigen ist. Die zentralen Gestalten des Ritterkampfspiels sind Erasmus Lueger, der berühmteste Bewohner der Burg Predjama, Andreas Baumkirchner, ein Heerführer und Freund des Erasmus, der Wien vor den Türken rettete, und Bischof Piccolomini, der spätere Papst Pius II., der die Kirche in Predjama einweihte. Auf der Wiese bei der Burgmühle findet die bäuerliche Vergnügung statt – das Gaudium, wo man isst und trinkt, an Wettkämpfen teilnimmt und sich in der Art der „Unterschicht" amüsiert. Die Kinder nehmen auf einem angelegten Platz hinter dem Burgspeicher an kreativen Werkstätten, Spielen und einem eigenen Turnier teil. Ein Zauberer und Artisten sorgen für ihre Unterhaltung, zu besichtigen ist ein Puppenspiel, und kreativere Kinder können die Puppen auch selbst anfertigen. Auf verschiedenen Schauplätzen sind den ganzen Tag Gestalten der damaligen Zeit zu sehen, und Meister zeigen ihre Handwerke und Fertigkeiten. Lebhaft geht es vor allem auf dem Platz bei der Erasmus-Linde zu, wo sich verschiedenen Mitwirkenden auch zwei Bauchtänzerinnen hinzugesellen. Schon in allen Jahren stellt das üppige mittelalterliche Festessen, das nach originalen mittelalterlichen Rezepten zubereitete Speisen einbezieht, die auf eine vor 500 Jahren übliche Art serviert werden, eine Besonderheit des Turniers dar. Überall ist die Mitarbeit der Besucher erwünscht, deren Augenmerk auch auf Ausrüstung, Bekleidung und Waffen der auftretenden Personen gelenkt werden soll, auf Trommeln, Wagen für Musik und Spiele, auf den geschmückten Veranstaltungsplatz, auf Fahnen und Wappen – alles ist nach dokumentierten Vorbildern aus dem 16. Jahrhundert vorbereitet.